Donnerstag, 5. Februar 2009

Das Licht kehrt zurück...

... es wird wieder hell hoch oben im Norden, nur die Sonne lässt noch lange auf sich warten. Aber der helle Horizont tauch alles in ein wunderbares blaues Licht.

Den Safetykurs habe ich auch überlebt. War zwar bitterkalt (um die -30°C), aber mit Scooterboots, Sturmhaube, Skibrille und Bewegung bleibt Frau warm und kommt sogar ins schwitzen. Also alles was wir vorher drinnen geübt haben, haben wir dann draußen gemacht. Lawinenverschüttete in verschiedenen Szenarien suchen, Notfallcamp errichten und jemanden aus einer Gletscherspalte bergen, die sich als steiniger Hügel tarnte und sich als tückisch herausstellen sollte. In Gletscherspalten sollte man nicht fallen, vor allem solche die eigentlich keine sind. Entgegen vorheriger Empfehlungen entschied ich mich trotzdem das Opfer zu sein, welches in eine Spalte gefallen ist und nun gerettet werden sollte (hätte ich doch nur auf Nial gehört...). Zunächseinmal im Schnee gelegen, weil ja abgestürzt => Wiebke wird kalt. Aber der Retter kommt ja schon. Also Rettungsgurt angebänzelt, irgendwie wie eine Riesenpampas, baumelte ich mit meinem Retter am Seil, fertig den Schneehügel mit den Felsen hinaufgezogen oder geschleift zu werden. Dann fingen auch schon die Probleme an. Zunächst haben sie mir beim hochziehen die STrippen am Hals zusammengezogen, nach kurzem Protest, haben sie sich was neues ausgedacht, viel angenehmer. Dann fingen die Steine an. Dumm nur, dass sie herausgucken und die Schulter daran hängen bleibt, die Flaschenzugzieher ziehen aber einfach weiter und man wird schön zusammengefaltet, Protest!!! Position geändert und über den Absatz gezerrt => schöne neue teure wasserdichte Hose hat ein Loch. Macht nichts, denn jetzt kann sie mir keiner mehr stehlen oder vertauschen, weil alle anderen Studenten ja die gleiche Hose haben :-D Also niemals in Gletscherspalten fallen und schon gar nicht in solche die keine sind und die man auch hochlaufen hätte können. Die Lawinenopfer haben wir auch mehr schlecht als recht gefunden und diese Notfallzelte sind einfach eine Katastrophe und Benzinkocher neigen dazu einfach in Flammen aufzugehen, vor allem die von MSR und wenn ich dabei bin. Gut das Zargesboxen mit Kocher drinnen einfach geschlossen werden können, wenn es darin brennt.
Die Krönung des ganzen war eine Demonstration der Rettung mit dem Superpuma Rettungshelikopter vom Sysselmannen, der einen immer dann rettet, wenn nichts anderes mehr hilft. Denkste, Helikopter sind scheiße und können auch keine Wunder vollbringen. Er sollte nur jemanden abseilen und nen weiteren wieder mit hochnehmen. Dabei hat er aber so viel Schnee aufgewirbelt, dass er leider gar nichts konnte, ausser dumm auszusehen und die Studenten frieren zu lassen, die ihm bei seinen kläglichen Versuchen beobachteten. Schade eigentlich, dass ganz Spitzbergen mit Schnee bedeckt ist... Naja nach einer gefühlten Ewigkeit machten wir uns auf den Abmarsch und da gelang es dem Helikopter an einer anderen Stelle einen Passagier aufzunehmen. Glückliche Rita, die einen Freiflug im (manchmal) Superpuma gewonnen hat.
Tjaja dann gabs ncoh einen schriftlichen Test und vielleicht bin ich nun um drei ECTS in Arktischer Sicherheit reicher. Danach folgten noch schöne Wochen mit Schnee, Schmelzwasserkanaleishöhlen und der ersten Tour mit Übernachtung in selbstgeschauffelter Schneehöhle und nicht zu vergessen dem ehimlichen nächtlichen BEsucher in meinem ZImmer. Aber mehr dazu später und sorry, dass es vom Safetykurs keine Bilder gibt.

3 Kommentare:

  1. Lach, das klingt ja so als ob ihr Spaß gehabt hättet!
    Nur die Kritik am armen Hubschrauber, da haben sich die Leute bei Eurocopter so tolle Gedanken gemacht, und jetzt seid ihr wieder nicht zufrieden! An Schneesturm solltet ihr doch gewöhnt sein ;-)

    post scriptum: Licht klingt gut!

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  2. Wenn du kommst, ist es schon gaaaanz lange hell, verglichen mit jetzt, und das ist für mich schon hell.

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  3. Ich muss ja sagen, im Nachhinein klingt die "wir bergen Wiebke" Geschichte schon ein klein wenig lustig ;) Was ich allerdings noch vermisse ist die Geschichte über den heimlichen nächtlichen Besucher (:

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