So haben wir uns auf gemacht und uns die Scooterautobahn des Longyearbreen hinaufgeschleppt um uns in das Fardalen hinunterzustürzen. Ich bin mächtig stolz auf mich, dass ich da hinuntergekommen bin, mit nur drei Mal hinfallen und dem schweren Rucksack auf dem Buckel auf den dünnen wackeligen Fjellski. Dieser Hang wird auch gerne als Skihügel mit Scooterlift verwendet, hat also schon einen gewissen alpinen Charakter. Im Dunkeln sind wir einige extra Meter auf der Suche nach dem besten/einfachsten Weg ins Tal gelaufen, aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan, denn wer will sich schon einen fast senkrechten Abhang hinunterstürzen?
Aber am Ende haben wir einen geeigntetn Weg gefunden und im Tal einen geeigneten Platz ausgemacht, um uns in vier Stunden oder auch mehr ein zwei Zimmerapartment zu buddeln.
Dort haben wir eine angenehme Nacht verbracht und morgens im ersten "Sonnenschein"(Helligkeit) gefrühstückt und uns auf den eher langweiligen Weg nach Hause gemacht.
Eine strahlende Wiebke in dicker Daunenjacke.
Der Eingang zu unserem Bau, gut bewacht vom Stolperdraht, damit uns ja kein Eisbär in der Nacht überrascht.
Unser Frühstückslager. Ich gebs ja zu, dass auf dem Bild von der Helligkeit nicht viel zu sehen ist, aber als ich aufgewacht bin, hab ich gedacht das jemand mit der Stirnlampe in der Höhle zu Gange ist bis ich gemerkt habe das es von draußen kommt und der Tag die Höhle "erleuchtet".
Falls ich hier oben nochmal auf Tour gehe, werde ich jedenfalls Erkundigungen über mögliche kanadische Trinkspielparties einhohlen, die u.U. zu sehr auf das Gemüt einzelner Mitstudenten schlagen, besonders solcher die die gleiche Zimmernummer bewohnen. Was war passiert.
Nun kamen wir gut gelaut aber völlig fertig von unserer Tour nach Hause, froh was zu Essen und bald ins Bett zu fallen. Also hoch ins Zimmer, nur wie sieht es da denn aus. Ich bin ja nicht gerade ordentlich, aber ich war mir doch sicher, dass ich aufgeräumt hatte bevor ich losgezogen bin. Und alles durcheinander zu werfen ist nun auch nicht meine Art. Zuerst war ich ziemlich schockiert, dass irgendein Mitstudent in mein Zimmer gegangen ist und alles durchwühlt hast. Nein, fast niemand schließt sein Zimmer ab. Aber nachdem ich festgestellt habe, dass nichts fehlt, dachte ich schon, dass ein besoffener Kollege wohl versehentlich das Zimmer verwechselt hat. Nachdem ich in der Baracke herumgefragt habe und angefangen habe mein Zimmer aufzuräumen, wurde aus dem Verdacht Gewissheit. Als Beweismittel konnte ich eine Jogginghose und eine Kamera sicherstellen, die gegen zwei Tafel Schokolade eingetauscht wurden. Aber vertraue niemals Kollegen, die gerne trinken und die gleiche Zimmernummer bewohnen, halt nur in einer anderen Baracke, das Mädel konnte sich leider auch an gar nichts erinnern, also typischer Fall von zu viel Alkoholgenuss. Aber so ist das hier oben, Skandinavier und billiger Alkohol vertragen sich einfach nicht!!
Am Wochenende bin ich dann in Oslo, und da Icebreaker-Party die Studenten in den Suff stürzen wird werde ich geeignete Maßnahmen ergreifen, mein Zimmer vor ca. 4-5 Bewohnern der Zimmer 206 zu beschützen.
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