Dienstag, 16. September 2008

Fieldwork in Svea

Vorneweg: Ja, es gibt tatsächlich Eisbären und sogar kleine Knuts(nun ein bisschen älter) auf dieser wunderschönen Insel.

Am Freitag, den 5. September machte sich unser Kurs AT-207 Pollution in the Arctic, besser bekannt als Pollute the Arctic, auf, um in der Minensiedlung Svea sich mit Öl in seinen verschiedensten Formen zu beschäfftigen.
Svea ist nur über den Luftweg zu erreichen, welcher jedoch für Studenten bei freiem Platz kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Store Norske (Minenbetreiber) wollte eine Straße bauen von Longyearbyen aus, durften sie aber nicht. Alle versprachen sich eine wunderbare Aussicht bei bestem Wetter auf die Insel, doch daraus wurde nichts, denn die Wolken hingen tief. Wo Svea ist und was wir nicht gesehen haben, ist folgender karte zu entnehmen.

In Svea haben wir in einer Containerbehausung des Forschunginstitutes SINTEF gewohnt und wurden dort von den Studenten Nial und Borgar mit Essen versorgt und von Per Johann, seine kleinen Ölschnüffelhund Tara, Jane und XYZ mit nicht wiederzugebendem norwegischen Namen bei Spielen mit Öl überwacht. Nicht schön aber praktisch.

Die vermeitlichen Erdbeben stellten sich jedoch schnell als ein herumlaufenden Bewohner heraus.
Hier eine Karte, mit den wichtigen Stellen in Svea.

Gut ausgerüstet, jeder in einem blauen Schneeanzug, haben wir uns von da aus an die Arbeit gemacht, am Steinstrand um die Ecke Öl auf den Strand zu kippen und zu beobachten wie sich die Verschmutzung, welche von der Tide überspült wurde, in den nächsten Tagen entwickelt. Dafür haben wir verschiedene Ölsorten, von Rohöl über Diesel bis hin zum emulsifizierten Bunkerfuel(Raffinerieprodukten) in bestimmte Bereiche gekippt und jeden Tag Sedimentproben genommen, die dann im Feldlabor, einem Gummizelt, untersucht wurden.


Desweiteren haben wir uns mit der Verbrennung des schwarzen Goldes befasst, was uns bei 10m/s Wind eine schöne weiße Wolke und eine Menge Spaß mit Sonne beschert hat.


Natürlich haben wir unseren Strandabschnitt mit einem Boom gesichert(doof, wenn nur die Englischen Begrife einem einfallen, aber der geneigte Ölpestbekämpfer wird schon herausfinden, was es ist). Er verhindert das Hinaustreiben des ins Wasser gelangten Öles. Bei der Beseitigung dieser Meeresverschmutzung hab ich meine Schuhe mit Salzwasser und Öl getränkt, ok was das Öl anbelangt waren es nur ein Paar Spritzer. Meine armen Schuhe...
Wir hatten eine Menge Spaß dabei, auch wenn wir uns manchmal die Beine in den Bauch stehen mussten, um auf irgendetwas zu warten, aber die blauen Anzüge haben uns schön warm gehalten. Ein roter Teletubbie und Per Johan mit seinem Hund haben zum Spaßfaktor beigetragen. Der Hund und Per Johan waren echt die Krönung des ganzen. Der Hund konnte nämlich Öl im Sediment erschnüffeln, wie ein Trüffelschwein Trüffel, was uns zu jeder Gelegenheit vorgeführt wurde. Dafür hat er sogar den Ölfirmen Geld aus der Tasche gezogen, um Hunde auf Öl zu trainieren. Auch sonst waren sie ein unzertrennliches Pärchen, zum schreien. Tara war sein Kuscheltier und zwar den ganzen Tag.
Wenn die Arbeit zu Ende war, haben wir uns den Abend mit Resident Evil gucken vertrieben. Zu mehreren macht auch echt schlechte Filme gucken Spaß.
Nicht zu vergessen, ist auch die Eisbärwache, die auf einem Hügel hinterm Strand stand und nach den süßen Petzen Ausschau gehalten hat. Dass dies ein wichtiger Job ist soolten wir auf unserem Ausflug auf die Crednermoräne erfahren.

Dorthin haben wir uns aufgemacht, um eine Geländeprobe eines alten Ölverschmutzungspielplatzes zu untersuchen. Dorthin gelangten wir mit einem Zodiac, alle sicher verpackt in Regattasuits, solchen Anzügen zum Segeln.

Vom Lande Platz mussten wir noch ein bisschen laufen und haben uns dann am Strand angefangen häuslich einzurichten. Haben Feuerholz gesammelt, Feuer gemacht und Tara Öl finden beobachtet und natürlich einen Ausguck nach Eisbären eingerichtet. Dieser meldete sich dann zu Wort und tatsächlich hatten sich unbemerkt zwei Eisbären angeschlichen. In sicherer Entfernung von 200m gab es eine Mutter und ein schon größeres Kind zu beweundern. Fotos gibnt es leider keine denn sofort war alles in Alarmbereitschaft, Cheffe hat sich ne Waffe organisiert, welche halb geladen wurden, und alle haben sich zu den Waffenträgern begeben. Die Eisbären haben sich aber schnell wieder in den Moränen versteckt. Zum Gefühl der Sicherheit gehörte auch, dass da jemand war der schießen und treffen konnte und nicht wie der arme Student, der zwar weiß, wie die Waffe bedient wird aber nicht treffen kann. :-D
Trotzdem wurden so viele Studenten wie möglich im Zodiac ohne Regattasuit wieder zurückverfrachtet. Die anderen blieben da und haben noch die Proben ausgebuddelt, da die Petze sich weiter entfernt haben. Eine große Überraschuing war es jedoch nicht, da die beiden in der Nacht schon im Ort gesichtet worden waren. Trotz der abgebrochenen tour und den verpassten gegrillten Würstchen war die Freude über die Eisbären umso größer. Und so haben wir nach fünf Tagen glücklich Svea wieder verlasse.
Eigentlich wollten wir noch die Mine besichtigen, immerhin die größte auf Spitzbergen mit 4 Milliarden Tonnen Produktion jährlich, aber ein Unfall in der Mine hat dies leider unmöglich gemacht, aber Zeit hatten wir dafür eigentlich eh nicht.
Wenn das alles ziemlich konfus erscheint liegt es einfach daran, dass es viel zu erleben und erzählen gibt, was ihr vielleicht gar nicht so nachvollziehen könnt, weil ihr es nicht erlebt habt. Aber hoffentlcih habt ihr trotzdem einen Eindruck davon bekommen, was ich hier oben abseits meiner Freizeit tue. Noch ist hier oben alles ein riesen großer Abenteurspielplatz, denn die Uni überfordert uns noch nicht.
Kommentare dürften jetzt eigentlich ohne Anmeldung hinterlassen werden können.

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