Hier oben ist der Winter inzwischen angekommen, heute morgen hat es geschneit und gewindet, jetzt wird es aber wieder freundlicher und sommerlicher, schließlich ist hier oben immer noch Sommer. Die Sommer hier oben sind wie der Winter in Clausthal.
Nun aber zurück zum zweiten Teil unseres Sicherheitskurses. Nachdem gestern Schießen und Schwimmen auf dem Stundenplan standen, haben wir am zweiten Tag einen erste Hilfe Crashkurs, Errichtung eines Notlagers und Kommunikation gemacht.
Damit man nicht in auswegslose Situationen gerät, gibt es sogenannte Emergancy-Boxes für Sommer und Winter, drei oder fünf Personen, je nachdem was man so braucht. Sie enthalten allerhand nützliches Zeug wie Zelt, Schlafsack, Kocher, Isomatte, was zu Futtern, Eisbärzaun, Schneeschaufel, Lawinensonde ... Damit das Zelt auch im Sturm steht, haben wir diese aufgebaut, einen Eisbärzaun darum gebastelt und fertig ist das Notlager. Der Zaun sollte Kniehoch sein damit der schlaue Eisbär nicht drunter durch kriecht oder drüberspringt, alles angeblich schon vorgekommen. Dann noch angeschaut wie man das Feurwerk scharf macht, damit es auch ordentlich knallt und leuchtet, wenn der süße Knut in die Falle tappt. Einmal Kocher anzünden stand auch auf dem Programm, es ist dabei sehr hilfreich zu wissen wie das geht, sonst gibs nichts warmes zu futtern. Falls wir also bei der Feldarbeit in schlechtem Wetter stecken können wir uns nun ein kuscheliges zu Hause aufbauen und min. einen Tag überleben. Allerdings gibt es nicht für jeden einen Schlafsack oder etwas warmes zum einkuscheln... Ist ja auch nur für den Notfall.
Nachdem unser Lager wieder in seiner Kiste verschwunden ist, ging es weiter mit einer Auffrischung unser Kenntnisse der ersten Hilfe. Um es Vorweg zu nehmen, unser Opfer Anne (die arme Puppe) hätte in Wirklichkeit wohl nie überlebt. Dafür wissen wir jetzt, wie es aussieht, wenn die Hände mehr als zu kalt werden. Das ist nicht schön und sollte vermieden werden. Am Tag vorher gab es auch ein Paar "nette" Bilder von Begegnungen mit einem Eisbären. Nein, man möchte ihm nicht begegnen. Erste Hilfe ist hier oben noch wichtiger als sonst wo, da nicht damit gerechnet werden kann, das Hilfe schnell herbeigeholt werden kann. Dafür ist dann die Einheit Kommunikation zuständig. Dafür stehen WalkieTalkies und Satellitentelefone zur Verfügung um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Rund um Longyearbyen gibt es auch Mobilfunk. Wenn es raus zur Feldarbeit geht, ist der Uni mitzuteilen, wer wann wohin geht um was zu tun. Nach seiner Rückkehr muss die Uni darüber informiert werden, daß man wieder da ist, damit nicht nach einem gesucht wird, denn das kann teuer werden, aber auch Leben retten, wenn wirklich Probleme auftreten und es deshalb unmöglich ist zurückzukommen und sich zu melden.
Für den Notfall gibt es den Emergency-Beacon, der im Falle einer Notlage aktiviert wird. Er sendet ein GPS-Signal aus, das lokalisiert wird und dann wird die Suche mit einem Helikopter gestartet. Ein Fehlalarm ist zu vermeiden, da das Biest min. 35000NOK=4000€ die Stunde kostet. Jedoch ist trotzdem erst eine Stunde nach Aussenden des Signals mit dem Start des Helikopters zu rechnen.
Um sicher Spitzbergen zu erkunden ist eine Menge zu beachten, aber da wir erstmal Feldarbeit mit unseren Kursen machen, lernen wir dabei hoffentlich genug, um uns dann selber sicher und gewappnet in Spitzbergens arktischer Natur zurechtzufinden. Trotzdem ist es gut, dass wir nun wissen, worauf wir uns einlassen, wenn wir die sichere Ortschaft Longyearbyens verlassen und uns der Gefahren bewusst sind.
Habt aber keine Angst mich zu besuchen, ich weiß ja nun wie ich euch beschützen kann. :-D
Die zwei Tage haben Spaß gemacht und ich hab eine Menge neue Dinge gelernt. Jetzt hab ich ersteinmal 1,5 Wochen frei bis meine Kurse starten. Als nächstes berichte ich euch von unserer wunderbaren Uni. Dann gibs auch wieder ein Paar Fotos.
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Feldarbeit? Was um Himmelswillen macht ihr da oben?
AntwortenLöschenAlso wir fahren nach Svea, einem Minengelände und verbrennen Öl, vielleicht. Andere sammeln Proben oder fangen Tiere...
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